Celluloseäther

Celluloseäther
Cellulose|äther,
 
Zellulose|äther, Verbindungen, bei denen die Wasserstoffatome der im Cellulosemolekül vorliegenden Hydroxylgruppen (drei OH-Gruppen pro Glucoseeinheit) durch Methyl- (Methylcellulose, Abkürzung MC), Äthyl- (Äthylcellulose, Abkürzung EC), Hydroxyäthyl- (Hydroxyäthylcellulose, Abkürzung HEC), Carboxymethyl- (Carboxymethylcellulose, Abkürzung CMC) oder ähnlichen Gruppen ersetzt sind. Niedrig verätherte Celluloseäther sind weiße, geruch- und geschmacklose Pulver, die in Wasser quellen oder kolloidal in Lösung gehen und damit eine aufdickende Wirkung haben; mit zunehmendem Verätherungsgrad nehmen die Wasserlöslichkeit und Quellbarkeit ab. Zur Herstellung wird von Celluloseäther Cellulose mit Natronlauge zunächst in Alkalicellulose überführt, die dann mit Alkylhalogeniden oder Natriummonochloracetat umgesetzt wird.
 
Celluloseäther finden zum Verdicken, Suspendieren und Binden von Wasser breite Anwendung in Anstrichstoffen, Klebstoffen (Tapetenkleister), Baustoffen, Waschmitteln, Nahrungsmitteln sowie in der Papier-, Textil- und Keramikindustrie. Hochverätherte Äthyl- und Benzylcellulose werden v. a. als Lackrohstoffe und thermoplastische Kunststoffe verwendet.

Universal-Lexikon. 2012.

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  • CMC — CMC: 1) DIN Kurzzeichen für ↑ Carboxymethylcellulose 2) [Abk. für engl. critical micelle concentration = kritische Mizellkonzentration]: ↑ KMK. * * * CMC,   Abkürzung für …   Universal-Lexikon

  • Methylcellulose — Me|thyl|cel|lu|lose; DIN Kurzzeichen: MC; Syn.: Mellose: pulverförmige ↑ Celluloseether mit 1 bis 3 Methoxy statt Hydroxygruppen je Glucoseeinheit. Die M. dienen ebenso wie Hydroxyethylmethylcellulose (HEMC, MHEC) u. Hydroxypropylmethylcellulose… …   Universal-Lexikon

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